Theater
WORDBOX. Complessità
Worbox - Complessità
von Andrea Brunello
Die Welt scheint für uns entschlüsselbar zu sein. Selbst die rätselhaftesten und obskursten Phänomene sind unter den richtigen Bedingungen erklärbar. Der Glaube an die Vernunft, an unsere deduktiven Fähigkeiten, an Wissenschaft und Technik haben es uns ermöglicht, ein sehr hohes Niveau des Verständnisses von Phänomenen zu erreichen, die zuvor rätselhaft und unerklärlich waren und die Raum für eine animistische und imaginative Dimension der Realität ließen.
Dennoch ist unsere Existenz wie nie zuvor von Kriegen, extremen Polarisierungen, Leugnung, Ungleichheiten, Fundamentalismus und vor allem von der Gefahr immenser Katastrophen wie Atom-, Gesundheits- und Umweltkatastrophen geprägt. Was ist es, das wir nicht verstehen? Was ist es, das uns entgeht? Was entzieht sich unserem rationalen Denken?
Seit Mitte des letzten Jahrhunderts haben Wissenschaftler erkannt, dass es Ereignisse gibt, die trotz Kenntnis der grundlegenden Mechanismen, die sie steuern, nicht vorhergesagt werden können. Die Wissenschaftler nennen diese Klasse von Ereignissen „komplexe Phänomene“. Sie stellen die Summe zahlreicher einfacher und genau bekannter Phänomene dar, die in ihrem gemeinsamen Verhalten unvorhersehbar und überraschend werden.
Ausgehend von der Beziehung zwischen einem Vater und seiner Tochter erzählt Complexity von einer Beziehung, die gerade durch die „Komplexität“ des Lebens geschichtet wurde. Der Vater, ein Mathematiker, der sich mit komplexen Phänomenen und dem Computerspiel „Game of Life“ beschäftigt, ist nicht in der Lage, eine Beziehung zu seiner Tochter und ganz allgemein zur Welt aufzubauen. Die Tochter, verwirrt von der Komplexität der Welt, muss schmerzhafte Entscheidungen treffen, die ihr Leben verändern. Von dieser besonderen Geschichte ausgehend, schlägt das Stück einen universellen Kommentar vor: Wenn wir die Komplexität, die unsere kollektive Existenz beherrscht, nicht annehmen, wie können wir dann überhaupt hoffen, sie zu bewältigen?
von Andrea Brunello
Die Welt scheint für uns entschlüsselbar zu sein. Selbst die rätselhaftesten und obskursten Phänomene sind unter den richtigen Bedingungen erklärbar. Der Glaube an die Vernunft, an unsere deduktiven Fähigkeiten, an Wissenschaft und Technik haben es uns ermöglicht, ein sehr hohes Niveau des Verständnisses von Phänomenen zu erreichen, die zuvor rätselhaft und unerklärlich waren und die Raum für eine animistische und imaginative Dimension der Realität ließen.
Dennoch ist unsere Existenz wie nie zuvor von Kriegen, extremen Polarisierungen, Leugnung, Ungleichheiten, Fundamentalismus und vor allem von der Gefahr immenser Katastrophen wie Atom-, Gesundheits- und Umweltkatastrophen geprägt. Was ist es, das wir nicht verstehen? Was ist es, das uns entgeht? Was entzieht sich unserem rationalen Denken?
Seit Mitte des letzten Jahrhunderts haben Wissenschaftler erkannt, dass es Ereignisse gibt, die trotz Kenntnis der grundlegenden Mechanismen, die sie steuern, nicht vorhergesagt werden können. Die Wissenschaftler nennen diese Klasse von Ereignissen „komplexe Phänomene“. Sie stellen die Summe zahlreicher einfacher und genau bekannter Phänomene dar, die in ihrem gemeinsamen Verhalten unvorhersehbar und überraschend werden.
Ausgehend von der Beziehung zwischen einem Vater und seiner Tochter erzählt Complexity von einer Beziehung, die gerade durch die „Komplexität“ des Lebens geschichtet wurde. Der Vater, ein Mathematiker, der sich mit komplexen Phänomenen und dem Computerspiel „Game of Life“ beschäftigt, ist nicht in der Lage, eine Beziehung zu seiner Tochter und ganz allgemein zur Welt aufzubauen. Die Tochter, verwirrt von der Komplexität der Welt, muss schmerzhafte Entscheidungen treffen, die ihr Leben verändern. Von dieser besonderen Geschichte ausgehend, schlägt das Stück einen universellen Kommentar vor: Wenn wir die Komplexität, die unsere kollektive Existenz beherrscht, nicht annehmen, wie können wir dann überhaupt hoffen, sie zu bewältigen?