Kultur in Südtirol - Kulturmagazin

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Burgen, Ruinen und Ansitze Führungen, Ausstellungen

Anton Lindner, Burg Hocheppan
Anton Lindner, Burg Hocheppan

12.10.2017 17:47 | Überetsch - Unterland | Lanserhaus - Gemeinde Eppan | 1253 Aufrufe

Eppans Kulturlandschaft im Bild Eine Ausstellung der Gemeinde Eppan an der Weinstraße. In Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Burgeninstitut und dem Heimatpflegeverein Eppan. Kurator: Dr. Martin Laimer

Die Überetscher Kulturlandschaft ist geprägt von zahlreichen Burgen, Ruinen und Ansitzen.

Diese außergewöhnliche Dichte an Baudenkmälern ist einzigartig in Südtirol. Bereits im

Mittelalter siedelten sich zu Füßen der Mendel neben den Grafen von Eppan und ihren

Gefolgsleuten viele andere Adelsgeschlechter an. Davon zeugen unzählige Burgen,

Wohntürme und Weinhöfe. Aus diesen mittelalterlichen Kernbauten gingen in der frühen

Neuzeit viele repräsentative Ansitze im Überetscher Stil hervor. Das besondere Flair dieser

Bauten liegt in der gelungenen Symbiose zwischen lokalen Bautraditionen und Elementen der

italienischen Renaissancearchitektur. Verantwortlich dafür waren comaskische Bauleute, die

über das Veltlin und den Nonsberg, oder von Süden her in das Überetsch gelangten. Ihre

Namen sind uns vereinzelt aus Bauverträgen, seltener von Bauinschriften überliefert.

Mit dem Aufkommen der romantischen Landschafts- und Vedutenmalerei wurde Eppan und

das Überetsch im frühen 19. Jahrhundert zu einem bevorzugten Ziel von Topographen,

Künstlerinnen und Künstlern. Darunter viele bekannte Namen wie Thomas Ender, Ferdinand

Runk, Pietro Marchioretto, Ludwig Neelmeyer, Edward Theodore Compton, Johanna von Isser-

Großrubatscher oder Gottfried Seelos. Angezogen von den landschaftlichen Reizen, dem

milden Klima, stolzen Burgen und Ansitzen, verwunschenen Ruinen und malerischen Winkeln,

entstanden zahllose Druckgraphiken, Ölbilder, Aquarelle, Feder- und Bleistiftzeichnungen.

Unter ihnen immer wiederkehrende Motive wie Schloss Sigmundskron, das „Tor zum

Überetsch“ oder das „Paulsner Loch“ mit Schloss Warth und der Ruine Altenburg. Beliebte

Blickfänge waren auch der Innenhof des Ansitzes Wohlgemuth, die Schlösser Gandegg,

Englar, Moos und Freudenstein sowie die Ruine Boimont und selbstverständlich Hocheppan.

Die Burganlage befindet sich seit Mai 2016 im Gemeindebesitz. Ihr ist in der Ausstellung ein

eigener Raum gewidmet.

Die besondere Ausstrahlung des Überetsch hielt auch im 20. Jahrhundert an. Eppaner Motive

haben sich von nahezu allen namhaften Künstlern Südtirols erhalten, so von Hans Weber-

Tyrol, Albert Stolz, Max Sparer, Franz Lenhart, Hubert Mumelter, Eddy von Ferrari, Robert

Scherer und anderen.

Die Ausstellung widmet sich in einem einführenden Teil der Überetscher Kulturlandschaft und

ihren wesentlichen Elementen. Eingegangen wird auch auf den Überetscher Stil und die

Begriffe Burg, Schloss und Ansitz, die häufig irrtümlich verwendet werden. Thematisiert wird

weiters die Druckgraphik mit ihren unterschiedlichen Techniken, die wesentlich zur Verbreitung

der romantischen Landschaftsmalerei beigetragen haben.

Mit Anton Lindner und seiner Tochter Wilhelmine Lindner-von Ferrari sind in der Ausstellung

auch zwei weniger bekannte, heimische Künstler des 19. Jahrhunderts vertreten. Ihren

Aquarellen zu Eppaner Burgen und Ansitzen sind zwei eigene Räume vorbehalten.

Insgesamt werden in der Ausstellung über 100 Werke öffentlicher und privater Leihgeber

präsentiert. Vertreten sind 12 verschiedene Burgen, Schlösser und Ruinen sowie 24 Ansitze.

Neben Einzelobjekten und Bauensembles finden sich aber auch Landschaftsveduten.

Ergänzend dazu sind im Erdgeschoss des Lanserhauses fünf großformatige Modelle von

Eppaner Burgen zu sehen. Kleinere Burgenmodelle aus der Sammlung Trostburg finden sich in

den Räumen der beiden Obergeschosse. Abgerundet wird das Ausstellungsthema von Postund

Ansichtskarten des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts sowie von sehenswerten

Kuriosa längst vergangener Zeiten.

Programm:

Einstündige Führungen mit dem Kurator finden am Sonntag, den 8. und am Sonntag den 22.

Oktober statt. Jeweils von 15.00 bis 16.00 Uhr in deutscher Sprache und von 16.00 bis 17.00

Uhr in Italienischer.

Auch an Kinder und Jugendliche ist gedacht: „Für unsere jüngeren Mitbürger wurden

burgenkundliche Themen altersgerecht aufbereitet, um ihnen die Einzigartigkeit unserer Heimat

näher zu bringen“, erläutert Kulturreferentin Dr. Sigrid Mahlknecht Ebner.

Es werden zwei „Entdeckungsreisen“ angeboten, zu der sich interessierte Kinder anmelden

können. Während des Rundgangs auf Eppan Berg wird den Besonderheiten der Ansitze

Zinnenberg, Neuberg, Kronhof, Melag und Montan nachgespürt und die ein oder andere

Geschichte erzählt. Der erste Rundgang findet am Samstag, den 21. Oktober von 10.30 bis

12.00 Uhr statt und der Zweite am Samstag, den 4. November immer von 10.30 bis 12.00 Uhr.

Die Teilnehmerzahl pro Gruppe ist auf 15 Personen beschränkt. Treffpunkt ist das „Platzl“

oberhalb des Ansitzes Zinnenberg (St.-Justina-Weg, Kreuzung Kreuzsteinweg, nahe

Kindergarten / Feuerwehrhalle).

Im Zuge der Ausstellung wird auch das von der Gemeinde Eppan an der Weinstraße publizierte

Kinderburgenbuch „Schau genau. Burgen und Ansitzen auf der Spur“ präsentiert. Autoren sind

Alexander von Hohenbühel und Daniel Mascher vom Südtiroler Burgeninstitut.

Des Weiteren stehen für die Ausstellung wie für das Kinderburgenbuch Unterrichtsmaterialien

zum Download auf der Homepage der Gemeinde zur Verfügung.

Alle Angebote, wie auch der Eintritt zur Ausstellung sind kostenfrei.

Anmeldungen unter:

kultur@eppan.eu, 0471 667566

 

 
 
 
 
 
 
 

Pressekontakt

Tel. +39 0471 667566
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