Kultur in Südtirol - Veranstaltungskalender

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Armando Ronca Architektur der Moderne in SüdtirolAusstellungen

Kunst Meran widmet seine heurige Architekturausstellung dem zwischen 1935 und 1970 in Südtirol aktiven Architekten Armando Ronca.
    • 15.10.2017 - 14.01.2018
      Mo geschlossen
      Di-Sa 10:00 - 18:00 Uhr
      So 11:00 - 18:00 Uhr
Künstler: Armando Ronca
Kurator: Andreas Kofler, Magdalene Schmidt
Etagenwohnhaus mit Hotel und Läden, Bozen, 1952-1954, perspektivische Ansicht, Stadtarchiv Bozen
Armando Ronca
Etagenwohnhaus mit Hotel und Läden, Bozen, 1952-1954, perspektivische Ansicht, Stadtarchiv Bozen

Die Ausstellungseröffnung findet am Samstag, 14. Oktober statt und fällt mit dem Tag der zeitgenössischen Kunst “Giornata del Contemporaneo” zusammen.

Die Meraner Schau zeigt bis Mitte Januar 2018 das Werk Roncas, der zu den führenden Vermittlern der Architekturmoderne in Südtirol zählt. In einer umfassenden Erstpräsentation und einer umfangreichen Publikation wird sein 35-jähriges Schaffen aufgearbeitet.

Armando Ronca (1901–1970) hat wie kein anderer die Architektur in den beiden Südtiroler Städten Bozen und Meran geprägt. Von 1935 bis 1970 führte er ein erfolgreiches Büro in Bozen und hat im Zuge seiner Tätigkeit in Südtirol, dem Trentino und in Mailand weit über 40 Gebäude und zahlreiche Innenarchitekturen ausgeführt. Wie Jörg Stabenow im begleitenden Buch zur Ausstellung schreibt, verbrachte Ronca “den größten Teil seines Berufslebens als Pendler zwischen Mailand und Bozen. Mailand war der Ort, an dem er seine Maßstäbe definierte und sein Formbewusstsein schulte; in Bozen lag der Schwerpunkt seiner persönlichen Recherche als praktizierender Architekt. Diese Zweipoligkeit ist Ausdruck und Grundlage der architektonischen Mittlerrolle, die Ronca übernahm: Als Mittler moderner Architekturimpulse verband er Oberitalien mit Südtirol, die Metropole mit der Provinzhauptstadt.


Der lange, historisch wechselhafte, Zeitraum in dem Ronca aktiv war führte dazu dass er die Formensprache mehrerer Strömungen aufnahm und anwandte: die Architektur der 1930er-Jahre mit Futurismus, Novecentismus und Rationalismus, sowie die Nachkriegsmoderne. Seine Bauten in Südtirol sind Ausdruck dieser Pluralität und verleihen seinen Gebäuden bis heute ihre auch städtebaulich bedeutende Präsenz.

So sind es in Meran Gebäude wie die Hotelbauten der beiden Eurotels (in der Garibaldistraße und am Obermaiser Winkelweg), weiters das Wohn-und Geschäftshäus De Eccher (zwischen in der unteren Freiheitsstraße und der Promenade) oder das Wohn- und Büroensemble der Ariston-Galerie (zwischen dem Rennweg und der Otto-Huber-Straße), die das Stadtbild Merans seit den 1950-er und 1960er-Jahren entscheidend prägen.

In Bozen sind das Viertel Italienallee – Duca-d’Aosta-Straße als auch das Areal zwischen dem Bahnhof und dem Waltherplatz maßgebend von den Raster und Vorhangfassaden, sowie der städtischen Dimensionen der Interventionen Roncas definiert. Volumetrische Organisation und Fassadenreliefs sind neben der Aufmerksamkeit für Farbe und Material Konstanten seiner Entwürfe, wie es auch an den zahlreichen Bauten entlang der Drususallee der Fall ist. Sein Bewusstsein für städtische Zusammenhänge führte stets zu Lösungen, die nachhaltig stadtbildend waren und heute vielleicht das stärkste Vermächtnis seiner Architektur sind.

Für die Ausstellung und die Publikation “Armando Ronca, Architektur der Moderne in Südtirol, 1935-1970” hat der österreichische Bildhauer und Fotograf Werner Feiersinger Roncas Bauten auch fotografisch inventarisiert. Feiersinger ist einer der außergewöhnlichsten Architekturfotografen unserer Zeit und hat mit seinem subjektiven und unvoreingenommenen Blick auch eine umfassende Bestandsaufnahme der erhaltenen Bauten Armando Roncas erstellt. Unter dem Titel “Feiersinger trifft auf Ronca” zeigen Ausstellung und Buch wie Roncas Bauwerke Dezennien nach ihrer Fertigstellung nach wie vor mit ihrem Umfeld eine gewachsene Einheit bilden. Dabei sind Verkehrsschilder, Gehsteige, Radwege, Mülleimer und Autos genauso Teil der Stadt und damit auch in den Einstellungen seiner Bilder festgehalten.

Sowohl Feiersingers Bilder als auch die anderen Sektionen der Ausstellung erzählen in chronologischer Reihenfolge vom Schaffen Roncas zwischen 1935 und 1970. Dabei haben die Kuratoren der Ausstellung, Andreas Kofler und Madalene Schmidt, aus den verschiedenen Schaffensperioden eine Auswahl 15 besonders  signifikanter Projekte getroffen:

  • So sind etwa die Villa Cembran in der Meraner Cavourstraße und der 1988 abgebrochene Palazzo del Turismo (später Corso-Kino) in der Bozner Freiheitsstraße Beispiele aus den 1930er und 1940er Jahren.
  • Aus den 1950er-Jahren sind es das Bozner Rainerum sowie das Wohn-und Geschäftshaus Perathoner in der Südtiroler Straße ebenso wie die Erweiterung des Mailänder Fußballstadions San Siro.
  • Die 1960er-Jahre eröffnen mit dem ersten Eurotel in Meran, gefolgt von der IPEAA Wohnanlage in der Sassari-Straße, der Kirche Pius X. in der Reschenstraße und dem Umbau des Verlagsgebäudes des Alto Adige, alle in Bozen, sowie dem Geschäftshaus De Eccher und einem zweiten Eurotel (als Astoria geführt), beide in Meran. Hier wird das Spätwerk des Architekten in den Fokus genommen.

Eine vertiefende Auseinandersetzung erfolgt mit dem Hoteltyp Eurotel, einer modernen Ferienutopie der 1950er-Jahre – die in Meran ihren Anfang genommen hat – und in die Errichtung von 35 weiteren Eurotels in ganz Europa gemündet hatte. Diese bisher unerforschten Unternehmungen, die die Bozner Bauunternehmerfamilie Vanzo in enger Zusammenarbeit mit Ronca gestartet haben, ist derart bedeutend, dass allein diesem Wohnmodell eine eigene Ausstellung gewidmet werden könnte.

Gezeigt wird auch der Film “Eurotel” von Giuseppe Tedeschi, Emanuele Vernillo und Daniel Mazza. Es handelt sich dabei um Interviews mit den Bewohnern des Eurotels in der Garibaldistraße Meran, das heute als Wohngebäude genutzt wird und ein völkervereinender Mikrokosmos in der Kleinstadt

Meran zu sein scheint. Zwei “Aussenstellen” der Ausstellung, im Meraner und Obermaiser Eurotel, werden die aktuellen Bewohner über die aussergewöhnliche Geschichte und Bedeutung der beiden Häuser informieren.

Gespräche mit Zeitzeugen Roncas (geführt von Susanne Waiz und Carolina Rigoni) wie etwa dem Unternehmer Stefano Vanzo oder der Nichten und Neffen Roncas schließen die Ausstellung ab.

In diesen Interviews wird Armando Ronca als Partner, Freund und Architekt über sein gebautes Vermächtnis hinaus als Mensch in Erinnerung gerufen.

Die Begleitpublikation zur Ausstellung – herausgegeben von Kunst Meran, Andreas Kofler, Magdalene Schmidt, Jörg Stabenow – erscheint im Zürcher Verlag Park Books; 

ISBN 978-3-03860-061-9

Mit Texten von: Andreas Kofler, Massimo Martignoni, Giorgio Mezzalira, Magdalene Schmidt, Luigi Scolari und Jörg Stabenow (dem wissenschaflichen Leiter des Buchprojektes).

Mit Fotos Werner Feiersinger, Wien.

Grafische Gestaltung Willi Schmid, Wien.

Im Rahmen der Ausstellung werden geführte Rundgänge in den Städten Bozen und Meran, sowie durch die Ausstellung von Kunst Meran organisiert.

Es führen in Meran Magdalene Schmidt sowie Peter Schroffenegger, ehemaliger Concierge im Eurotel Meran, und in Bozen Flavio Schimenti.

 
 
 

Bildergalerie

Eurotel Merano II - Astoria, Innenräume, 1963-1965. Foto: Werner Feiersinger Erweiterung des Fußballstadions San Siro, Mailand, 1954-1955. Foto: Werner Feiersinger Kirche St. Pius X, Bozen, 1963-1969. Foto: Werner Feiersinger
 
 
 
 

Mediengalerie

Kulturzeit 12.2017

Kunst Meran: Armando Ronca
 
am 02.11.2017 von
 
 
 
 
 

Info

Merano Arte edificio Cassa di Risparmio
Tel. +39 0473 212643
 
6,00 € Reduziert (Senioren, Guestcard..): Euro 5,00 Studenten bis 26 Jahre: Euro 2,00 Kinder bis 14 Jahre: frei
 
 
 

Wegbeschreibung

Kunst Meran
Meran, Haus der Sparkasse 163
 
 
 

erstellt von

 
 
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