Literature

poetik der schreibmaschine. hommage à peter mitterhofer

Organizer: Typewriter Museum 'Peter Mitterhofer'
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Buchvorstellung + Performance mit Gerhard Rühm

Ein Gemeinschaftsprojekt von Schreibmaschinenmuseum Peter Mitterhofer, Museion,  LiteraturLana


Im
Rahmen der Sonderausstellung “REVUE – Bild-Text-Werke aus der Sammlung Museion”
und der Vortragsreihe “artiparlando: nuove scritture” des Museion:

Buchvorstellung:

Gerhard
Rühm: poetik der schreibmaschine. hommage à peter mitterhofer

Performance:

Gerhard
Rühm, Monika Lichtenfeld: “etude zum maschinenschreiben”

Einführung:
Andreas Hapkemeyer, Museion

Der Tiroler Tischler und
Bauer Peter Mitterhofer gilt als einer der großen verkannten Erfinder des 19.
Jahrhunderts. Der leutselige und musikalisch begabte Freigeist, dem seine
„eigenen anschauungen über den glauben“ eine Haftstrafe einbrachten,
entwickelte mit einfachsten Mitteln funktionstüchtige Schreibapparate, zuletzt
eine Typendruckmaschine modernen Zuschnitts. Während die k.u.k- Behörden seinen
Erfindungen keine Verwertungschancen einräumten, kamen wenig später die ersten
industriell gefertigten Remington-Maschinen auf den Markt.

In einem maschinenhaft anmutenden Telegrammstil, aus dem alle bestimmten
Zeitwortformen ausgespart sind, vergegenwärtigt Gerhard Rühm - im Arrangement
historischer Quellen -  Stationen aus
Mitterhofers Leben. Diesen biographischen Sequenzen stellt der Autor 20 eigene Schreibmaschinenideogramme
als Kommentar, gedankliche Erweiterung oder atmosphärische Verdichtung zur Seite,
Ihre Sinnpotentiale kommen erst durch die spezifische Anordnung der Schriftzeichen
am Blatt zur Entfaltung. Es handelt sich um singuläre Erfindungen, die nicht
zuletzt Überlegungen zu den technischen Gegebenheiten des Mediums ins Blickfeld
rücken. Dadurch lassen sie eine Interessensverwandtschaft mit dem Schreibmaschinenpionier
erkennen. Komplettiert wird der Band durch Faksimiles von 20 aufgefundenen
Übungsblättern für das Maschineschreiben, die die Funktionslogik der Tastatur sichtbar
machen. Zusammen mit dem Mitterhofer-Komplex bilden diese Fundstücke einen
beziehungsreichen Rahmen für Gerhard Rühms Arbeiten. Seine Schreibmaschinen-Texte
aus mehreren Jahrzehnten gehören zu den herausragenden Innovationen visueller
Poesie.



Gerhard Rühm



























geb. 1930 in Wien. Autor,
Komponist und bildender Künstler, lebt in Köln und Wien.

Er studierte Klavier und Komposition in Wien. In Rahmen der Wiener Gruppe
arbeitete er mit F. Achleitner, H. C. Artmann, K. Bayer und O. Wiener zusammen
und wurde zu einem der wichtigsten Anreger der österreichischen Literatur nach
1945. Er war Professor an der Staatlichen Kunsthochschule in Hamburg.


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