Museums & Exhibitions

Into the Wild

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Die Gruppenausstellung Into the Wild geht auf die Ideen von Natur ein

Mit der Ausstellung Into the Wild führt Kunst Meran die Auseinandersetzung mit Natur und Landschaft in künstlerischen Positionen weiter, die mit den Einzelpräsentationen von Helen Mirra (USA) und Gianni Pettena (I) 2017 begonnen wurden. Die Gruppenausstellung geht nun auf die Ideen, auf die Vorstellungen von Natur ein, die uns heute prägen: Mit der Industrialisierung und der damit zusammenhängenden Verstädterung und Arbeitsrationalisierung hat sich der Mensch immer mehr von der Natur entfernt. So ist es nicht erstaunlich, dass gerade in der Zeit des 19. Jahrhunderts auch das große Interesse an kultivierten Parks, an Gewächshäusern und zoologischen Gärten entstand. Gerade in Meran, dessen Aufstieg als Kurort bezeichnenderweise im 19. Jahrhundert begann, zeugen verschiedene Anlagen von diesen Bestrebungen. So etwa der berühmte botanische Spazierweg, der nach seinem Initiator und Realisator dem Kurarzt Franz Tappeiner (*1816-1902) benannt wurde. Tappeiner widmete sich aber auch der Botanik und stellte im Laufe seines Lebens ein Herbarium von über 6000 Pflanzenarten, auch aus der nahen Umgebung, zusammen.
In der post-digitalen Gegenwart, ist uns die Natur als Bildschirmschoner vertrauter als die reale Umgebung. Natur wird wieder zu einem Sehnsuchts-Ort. Der Rückzug in die Natur wird eine Alternative zur komplexen, technikbestimmten Gegenwart.

Die Ausstellung versammelt neben Auszügen aus Franz Tappeiners Herbarium, das sich heute im Ferdinandeum in Innsbruck befindet, fünf zeitgenössischen Positionen, die sich auf unterschiedliche Weise mit der Wahrnehmung und der Vorstellung der Natur und den Gegensätzen von Natur und Künstlichkeit heute beschäftigen.

Gina Folly (*1983 in Zürich) thematisiert beinahe absurde Zusammenhänge, die sich aus zeitgenössischen Bemühungen, nach einem Leben im Einklang von Körper, Geist und Umweltbewusstsein, ergeben. So erscheint uns die Natur als Lifestile-Produkt. Künstlichkeit und Kunst sind Teil der Beobachtungen des Zeitalters von Power Yoga und bioaktiven Vitalstoffen.

Alek O. (*1981 in Buenos Aires) geht in ihren Arbeiten von bereits bestehenden Objekten und Materialien aus, die sie zu Kunstwerken umwandelt. So etwa in der ortspezifischen Installation "L'impero delle luci" (2017), in der sie mit gesammelten und getrockneten Blättern arbeitet.

Luca Trevisani (*1979 in Verona) nimmt für seine ephemeren Skulpturen und Installationen Formen und Material aus der Pflanzen- und Tierwelt auf und reflektiert poetisch-formal ihre Herkunft und ihre Bedeutung in der Gegenwart. In seinem kürzlich erschienenen Werk, dem Film "Sudan" portraitiert er das letzte lebende Exemplar des weißen Nashorns, das im Prager Zoo lebt und nicht mehr fähig ist, sich fortzupflanzen. Alle männlichen Exemplare seiner Spezies wurden von Wilderern wegen ihres wertvollen Horns getötet. Das Horn wird in China als Aphrodisiakum weiterverkauft.

Die Malereien von Stefano Pedrini (*1980 in Sondrio) sind dichte Anhäufungen von Zeichen - grafischen Darstellungen von Elementen, die Natur symbolisieren. So füllt er etwa die Leinwand in einer fast mechanischen Handlung mit Palmen oder Blättern, die lediglich durch ein paar Pinselstriche definiert sind und schafft dabei eine dichte, ornamentale Struktur.

Die Meraner Künstlerin Linda Jasmin Mayer (*1986) zeigt in ihrer Video-Installation "Parallel World" auf eindringliche Weise wie eine Expedition in die Wildnis, in diesem Fall in die Antarktis, gleichzeitig eine Expedition ins eigene Ich bedeutet und wie Natur und Landschaft die eigene Befindlichkeit spiegeln.

Into the Wild entlehnt den Titel dem gleichnamigen amerikanischen Spielfilm aus dem Jahr 2007 von Sean Penn, der die (wahre) Geschichte eines Studenten aus wohlhabender Familie beschreibt, der alleine in die Wildnis Alaskas reist, um sich dort den Herausforderungen eines einfachen Lebens fernab der Zivilisation zu stellen.


Exhibition information

Execution

Artist: Gina Folly, Linda Jasmin Mayer, Alek O., Stefano Pedrini, Luca Trevisani
Curator: Christiane Rekade

Vernissage

Introduction - Vernissage: Christiane Rekade
Welcome - Opening day: Philipp Achammer, Claudio Andolfo, Paul Rösch