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Die Schule in den ladinischen Tälern

Organizer: Ladin Museum - Tor Castle
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Die Schule in den ladinischen Tälern: Eine Mehrsprachendidaktik, die sich trotz der ethnischen Spannungen der Nachkriegsjahre entwickelte und ein hohes Kompetenzniveau garantiert.

Wie ist das mehrsprachige, paritetische Schulmodell in Gröden und im Gadertal entstanden? Wie hat es sich im Laufe der Jahre entwickelt? Und welche Eigenheiten hat es? Anlässlich des 70-jährigen Bestehens dieses ladinischen Bildungssystems organisiert das Museum Ladin in Zusammenarbeit mit der Ladinischen Bildungs- und Kulturdirektion die Sonderausstellung "Zacan y Incö - Die Schule in den ladinischen Tälern" einzuladen dazu. Kuratiert wurde sie vom Direktor des Museum Ladin, Stefan Planker und von Katharina Moling des Museum Ladin.

Ziel der Organisatoren ist es, dieses besondere Bildungssystem dem Publikum, darunter auch Schulklassen, anhand ausgewählter Exponate und eines historisch-didaktischen Leitfadens näherzubringen, und zu erklären, wie es dieses für Südtirol einzigartige Schulmodell schafft, eine mehrsprachige Bildung im Einklang mit der ladinischen Kultur zu vermitteln. Die Ausstellung richtet sich an Schulklassen und alle Interessierten, auch außerhalb Ladiniens, und möchte dieses kaum bekannte, besondere Schulsystem einem größeren Publikum näherbringen.

Die Ausstellung zeichnet anhand von Dokumenten und symbolischen Exponaten die Geschichte der Schule in den ladinischen Talschaften von den Anfängen bis in die heutige Zeit nach:
In den abgelegenen ladinischen Dolomitentälern stand die Schule schön früh im Spannungsfeld zwischen italienischem und deutschem Nationalismus und wurde kontrovers diskutiert - die Rechte und Bedürfnisse der kleinen ladinischen Minderheit wurden dabei weitgehend außer Acht gelassen.
Erst nach 1948 wurde Ladinisch in den Unterricht aufgenommen, wenngleich es nur wenige Wochenstunden waren. Das eingeführte paritätische Schulmodell sollte das Gleichgewicht zwischen den Unterrichtssprachen Deutsch und Italienisch halten und auch zur Entwicklung der ladinischen Sprache und Kultur beitragen. Der Ansatz stellte sich als richtig heraus: So konnte sich in den vergangenen siebzig Jahren eine einzigartige Mehrsprachendidaktik etablieren, die zu einem hohen Kompetenzniveau bei den Schülerinnen und Schülern führte. Die Einführung des paritätischen Schulmodells in den von ethnischen Spannungen geprägten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg war jedoch alles andere als einfach.
Ein Teil der Ausstellung ist den Entwicklungen in der Pädagogik und Didaktik gewidmet, die das ladinische Bildungssystem von den bewegten Jahren seiner Einführung im Jahre 1948 bis heute durchlaufen hat. Sie zeugen von mittlerweile bewährten Praktiken in der integrierten mehrsprachigen Bildung, welche die ladinische Schule heute zu einem Vorzeigemodell für andere Sprachminderheiten machen.


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