Ausstellungen

THE POETRY OF TRANSLATION

Veranstalter: Kunst Meran
Merken
Teilen

Diesen Herbst geht THE POETRY OF TRANSLATION dem spannungsreichen Phänomen der Übersetzung auf die Spur.

Die Gruppenausstellung, an der über 30 bedeutsame nationale und internationale Künstler*innen über 70 Arbeiten präsentieren, beleuchtet den Prozess der Übersetzung aus neuartigen Perspektiven. 

Inspiriert von der gelebten Mehrsprachigkeit in Südtirol und seiner bewegten Geschichte interethischen Zusammenlebens, bietet Kunst Meran Merano Arte den idealen Kontext für eine Ausstellung, die sich der Übersetzung widmet und Fragestellungen zu Identität, Multikulturalismus und Diversität aufruft.

THE POETRY OF TRANSLATION beleuchtet den komplexen Prozess der Übersetzung sowohl als Quelle von Teilhabe, internationaler Verständigung, Kreativität, Genius und Poesie, als auch als Ursache von Missverständnissen und Ausgrenzung. Übersetzung wird hierbei als kreativer Prozess verstanden, bei dem auch immer etwas Neues entsteht.

Ausgehend von der Übersetzung von einer Sprache in eine andere, öffnet sich die Ausstellung dem Transfer von weiteren (künstlerischen) Zeichensystemen wie Musik, Gesang, Tanz, Licht, digitalen Codes oder Malerei. Es werden beispielsweise Arbeiten zu sehen sein bei welchen Morsecodes in Lichtsignale übersetzt werden (Cerith Wyn Evans, Goodnight Eileen, 1982) oder Musik in Zeichnung (Jorinde Voigt, Ludwig van Beethoven - Sonate Nr. 1 bis 32, 2012). Fragen die sich hiermit verknüpfen sind: Was geschieht, wenn ein System in ein anderes übertragen wird? Was, wenn die Betrachter*innen den Code eines Zeichensystems nicht zu entschlüsseln vermögen und sich mit abstrakten Mustern konfrontiert sehen?

Die Präsentation zeitgenössischer Kunst wird durch zwei historische Exkurse ergänzt. Ein Raum widmet sich den Plansprachen. Sowohl Esperanto (1887 entwickelt von Ludwik Zamenhof), als auch die internationale Bildsprache Isotype (1925 entwickelt von Otto Neurath), erzählen von dem Wunsch nach einer antinationalen Welt ohne Übersetzung. Ein weiterer Raum befasst sich mit der visuellen und konkreten Poesie der 60iger und 70iger Jahre. Er versammelt eine Auswahl an Künstlerinnen, die Mirella Bentivoglio 1978 in Materializzazione del linguaggio auf der Biennale in Venedig zusammengeführte. Eine wegweisende Ausstellung, die dem weiblichen Blick auf Sprache und der Übersetzung von Sprache in visuelle Formen ein Forum gab.

Die Ausstellung wird von einem Vermittlungs- und Rahmenprogramm mit u.a.  Künstler*innengesprächen (Francesca Grilli), Konzerten (Alessandro Bosetti in Zusammenarbeit mit Ensemble Conductus) und Performances (Kinkaleri) begleitet.

Im Dezember 2021 soll ein Reader zur Ausstellung bei Mousse Publishing, Mailand erscheinen.


redaktionell geprüft



Ausstellungs-Informationen


Durchführung

Kurator: Judith Waldmann
Künstler: Amelia Etlinger, Anna Esposito, Annika Kahrs, Anri Sala, Augusto De Campos, Babi Badalov, Ben Vautier, Carla Accardi, Cerith Wyn Evans, Christine Sun Kim & Thomas Mader, Elisabetta Gut, Ettore Favini, Franco Marini, Franz Pichler, Freundeskreis, Jorel Hei