Ausstellungen

Irene Fenara. Distant Eyes

Veranstalter: Kunst Meran Merano Arte
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In Zeitraum, in dem das Museum für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist, haben Besucher*innen die Möglichkeit, ein Projekt von Irene Fenara zu entdecken.

Vom 14. Januar bis 15. März bleibt KUNST MERAN MERANO ARTE wegen Erneuerung der Alarm- und Videoüberwachungsanlage geschlossen.

In diesem Zeitraum, in dem das Museum sozusagen unbewacht sein wird und für die Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich ist, haben Besucher*innen die Möglichkeit, an mehreren Tagen in den leeren Museumsräumen ein Projekt von Irene Fenara (1990, lebt und arbeitet in Bologna) zu entdecken.

In ihrer Arbeit stellt die junge Künstlerin Fragen nach dem Status von Bildern und bedient sich hierfür dem eigentlich kunstfremden Mittel der Videoüberwachungssysteme.
Aus dem kontinuierlichen Datenfluss solcher Aufzeichnungen entnimmt Fenara Bilder, indem sie sich über das Internet Zugang zu geschlossenen Netzwerken verschafft. Durch solche Aneignungen - oder "Datendiebstähle" - werden einige der Bilder, die nach Ablauf von 24 Stunden eigentlich wieder gelöscht werden, vor dem geplanten Vergessen bewahrt. Darüber hinaus führt die Künstlerin auch störende Elemente in den Datenfluss ein und bewirkt so eine Form von Kurzschluss in dem unpersönlich-mechanisierten System: Sie interveniert etwa bei dem Blickwinkel, indem sie das Objektiv der Videokamera kurzzeitig auf den Himmel richtet - es also von dem Gegenstand abwendet, den die Kamera doch überwachen soll -, oder aber sie durchbricht mit der eigenen physischen Präsenz das System der Bilderzeugung und extrapoliert eine Reihe von Selbstporträts, in denen sie direkt ins Objektiv blickt.

Fenara inszeniert Gesten der Provokation und des Widerstands. Diese greifen nicht nur in automatisierte Abläufe ein, die keinen Raum für Formen der Intentionalität zu lassen scheinen, sie regen auch zum Nachdenken über Dynamiken von Macht und Unterordnung, über Beziehungen zwischen Beobachter und Beobachtetem an.
Diese Irritation unserer Sehgewohnheiten überträgt sich auch auf das Ausstellungsprojekt von KUNST MERAN MERANO ARTE aus: Die Besucher erhalten Zutritt zum Museum und können die Räume parallel zu den darin stattfindenden Arbeiten erkunden, zu einem Zeitpunkt, der so provisorisch wie ungewöhnlich ist: zeitgleich mit der Erneuerung der Videoüberwachungsanlage, die einerseits wesentlicher Bestandteil für die Sicherung von Kulturgütern ist, andererseits aber auch ein Instrument im sich immer engmaschiger zusammenziehenden Netz der allgemeinen Kontrolle.

Irene Fenara wurde von der künstlerischen Leiterin Christiane Rekade im Rahmen des von ArtVerona geförderten Projekts Level0 ausgewählt. Es handelt sich dabei um einen Zusammenschluss von 14 Direktoren der wichtigsten Museen für Gegenwartskunst, die jeweils einen auf der Messe vertretenen Künstler aussuchen und in das Ausstellungsprogramm ihrer Einrichtung aufnehmen.

In Zusammenarbeit mit ArtVerona/ Level 0 und UNA Galleria.


redaktionell geprüft



Ausstellungs-Informationen


Durchführung

Kurator: Christiane Rekade
Künstler: Irene Fenara


Vernissage

Einführung - Vernissage: Christiane Rekade


Event-Eigenschaften


Wetter

Bei schlechtem Wetter möglich