Ausstellungen

Ingrid Hora | BIEN

Veranstalter: Galleria Doris Ghetta
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Ingrid Hora bespielt in ihrer ersten Einzelausstellung die Galerieräume mit einer partizipativen Performance, welche am Eröffnungsabend stattfindet.








Die Performance zelebriert verschiedene Eigenschaften eines Bienenvolkes, welche sie von
unterschiedlichen Gruppen von TeilnehmerInnen in angeleiteten Handlungen wiederholen lässt. Jeder
Teilnehmer bekommt dabei ein Kärtchen mit einer Handlungsanweisung, sodass sich Gruppen von
Menschen in verschiedenen Aktionen formieren, welche nebeneinander ausgeübt werden, und letztlich
zu einer großen gemeinsamen Handlung zusammenfließen.

In der Organisation ihrer Performance bezieht sich Ingrid Hora auf die Erkenntnisse des bekannten
Verhaltensforschers Thomas D. Seeley, welcher seit Jahrzehnten in akribischer Kleinarbeit das Leben der
Bienen untersucht, und seine Erkenntnisse in seinem Buch “Bienendemokratie, wie Bienen kollektiv
entscheiden und was wir davon lernen können“ (2014) veröffentlichte. Seine Erkenntnisse werden
mittlerweile in verschiedenen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kontexten als erfolgsversprechende
und zukunftsweisende Ansätze für ein antihierarchisches, intelligentes Handeln im Sinne einer
Konsensdemokratie angesehen. Die Bienenkönigin ist keine absolute Herrscherin. Im Gegenteil: Bienen
entscheiden alle gemeinsam als Schwarm, sie erforschen kollektiv einen Sachverhalt und debattieren
lebhaft, um letztlich einen Konsens im Sinne des Gemeinwohls zu finden.


Mit dieser Performance eröffnet Hora eine komplett neue Werkgruppe, in der sie gesellschaftspolitische
Rahmenbedingungen austestet. Ähnlich der in den letzten Jahren entstandenen Skulpturen, in denen die
Künstlerin das gemeinsame Handeln eines Kollektivs unter veränderten Kontexten untersuchte, geht es
auch in dieser Performance darum zu untersuchen, wie Menschen zueinander in Aktion treten, sobald sie
ungewöhnliche Rahmenbedingungen vorfinden. Das Ziel der Aktion ist die experimentelle Erprobung
eines möglichen Schwarmverhaltens, ausgeführt von vielen unterschiedlichen Individuen. In Ingrid
Hora’s partizipativer Performance werden die Teilnehmer zu einem Teil einer größeren Gemeinschaft,
deren einziges Ziel es ist, zusammen zu arbeiten und zu wirken, um die Kontinuität und Zukunft der
Gruppe zu sichern.


Und gleichzeitig stellt sich die Frage, inwieweit ein Handeln in miteinander zusammenhängenden und
interagierenden, sich ständig neuformierenden Netzwerken, grundlegend zum Wesen des Menschen
gehört, oder ob wir im Zeitalter des Individualismus diese Fähigkeiten des flexiblen gemeinsamen
Agierens bereits verlernt haben.


Ingrid Hora, geboren in Südtirol 1976, lebt und arbeitet in Berlin, Deutschland. Sie absolvierte ihren
Master am Royal College, London, Vereinigtes Königreich und an der The Bartlett School of
Architecture, London, Vereinigtes Königreich. 


redaktionell geprüft



Ausstellungs-Informationen


Vernissage

Begrüßung - Vernissage: Doris Ghetta
Einführung - Vernissage: Sabine Gamper
Künstler/in anwesend Mit Vernissage Startdatum: 27.07.2019
Uhrzeit: 17.00


Event-Eigenschaften


Teilnahme-Informationen

Barrierefrei


Wetter

Bei schlechtem Wetter möglich

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