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Ausstellung von Astrid Gamper

Schilferndes Leben

Es geht um die Haut als Metapher für das Leben in all ihren Bedeutungen und Funktionen. Sie schließt unser Sein nach außen ab, bietet uns Schutz. Aber das was uns unter die Haut geht, was uns Verletzungen zufügt, lässt sich nicht innen halten. Es bildet sich sichtbar ab im Erröten, schlägt aus.
Die Haut ist ein Lebensspeicher: Licht und Dunkel, Hitze und Kälte, Berührung und Distanz, alles hat einen Preis, schreibt sich über die Haut in die Seele ein und bleibt in Bildern, Gefühlen und Träumen. Die Haut ist ein Wunder und erfindet sich und uns neu, schilfert in feinen Hornschüppchen ab, heilt Verletzungen, behält Narben. Ein Kokon, eine Hülle, eine Hülse, ein Kleid. Die Bilder von Astrid Gamper schwingen in dieser Ambivalenz, die das Leben ausmacht. Keine Larmoyanz, keine Euphorie: "es ist nicht schwarz sondern grau / nicht weiß sondern schmutziges weiß". Es geht dieser Künstlerin nicht um sich selbst, sie spiegelt uns in der Betrachtung auf uns selbst zurück, wo wir bleiben.
In den jüngsten Arbeiten absorbiert das Papier das Wesen der Haut und beginnt sich zu häuten. Hautfetzen scheinen abzuplatzen und die neue Bildhaut vorzubereiten, die Blätter wölben sich dem Raum entgegen, die bewegten Körper geben an den Raum ab, schimmern durch. Schichten, die aufgeklebt werden, stammen von alten und neuen Arbeiten, die ihrerseits verwundet werden und es bleiben. Lose Papierfetzen formieren sich neu zu "leeren Körperschalen", die sich zu den Bildern und Texten stellen.
Ein eindringlicher Tanz der Stille, der die Betrachtung beschenkt.

Karin Dalla Torre


redaktionell geprüft



Ausstellungs-Informationen


Durchführung

Künstler: Astrid Gamper


Vernissage

Begrüßung - Vernissage: Prof. Vinzenz Senoner
Einführung - Vernissage: Dr. Hans Heiss


Event-Eigenschaften


Wetter

Bei schlechtem Wetter möglich