Vorträge & Tagungen

Das tausendmal verfluchte Geld

Veranstalter: Akademie deutsch-italienischer Studien
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Silvio Gesells Versuch mit negativem Zins den Kapitalismus an der Wurzel zu packen

Vor wenigen Monaten erschien der Spielfilm „Das Wunder von Wörgl“mit Karl Markowics in der Hauptrolle. Er erzählt die Geschichte eines außergewöhnlichen Experiments, das 1932 in der Tiroler Gemeinde gewagt wurde. Dort gelingt es trotz der verheerenden Folgen der Weltwirtschaftskrise durch die Einführung von Schwundgeld, Wohlstand zu generieren und die Arbeitslosigkeit gegen Null zu drücken. Die theoretischen Grundlagen dafür lieferte die Geldtheorie Silvio Gesells, der am 13. Juni ein Themenabend an der Akademie deutsch-italienischer Studien Meran gewidmet sein wird.  

 

Wie kann das Geld seine alles überlagernde Bedeutung verlieren? Dies ist die Grundfrage Silvio Gesells, der als Kaufmann, Finanztheoretiker und Sozialreformer vor genau 100 Jahren – im Frühling des Jahres 1919 – oberster Finanzherr Bayerns war und dort den negativen Sparzins einführte. In München regierte zu der Zeit – fünf Wochen lang – der Revolutionäre Zentralrat, der eine sozialistische Räterepublik nach dem Vorbild Russlands und Ungarns durchsetzen wollte. Silvio Gesells Geldtheorie sieht unter anderem vor, das in Banken liegende Geld, welches dem Produktionszyklus entzogen ist, mit Negativzinsen zu belegen und so dessen Investition zum Wohle aller zu fördern. 

 

Der Schriftstelle und Journalist Ralf Höller wird ausgewählte Aspekte von Silvio Gesells Finanztheorie vorstellen und im Gespräch mit seinem Berufskollegen Martin Hanni vertiefen. – Im Rahmen der Veranstaltung wird auch der von Ralf Lüfter und Roxana Preda herausgegebene Sammelband „A Companion to Ezra Pound’s Economics“ (Verlag Traugott Bautz, 2019) vorgestellt. Ein Kapitel des Bandes ist Ezra Pounds Auseinandersetzung mit Silvio Gesell gewidmet.


redaktionell geprüft



Event-Eigenschaften


Wetter

Bei schlechtem Wetter möglich

Informationen zur Veranstaltung


Durchführung

Referierende: Ralf Höller